Hypnose im Coaching: Was sie ist, wie eine Sitzung abläuft und wobei sie hilft

Vielleicht hast du bei dem Wort Hypnose sofort ein Bild im Kopf: eine Bühne, ein Pendel, jemand, der auf ein Fingerschnipsen hin einschläft. So ging es auch vielen meiner Klient:innen, bevor sie es selbst ausprobiert haben. Die meisten waren hinterher überrascht, wie unspektakulär sich das Ganze angefühlt hat und wie gut es ihnen trotzdem getan hat.

In diesem Beitrag erzähle ich dir, was Hypnose im Coaching wirklich ist, wie eine Sitzung bei mir abläuft und woran du merkst, ob sie zu deinem Anliegen passen könnte.

Was Hypnose ist

Hypnose ist ein Zustand, in dem deine Aufmerksamkeit stark nach innen gerichtet ist. Du kennst ihn aus dem Alltag: wenn du in ein Buch versunken bist und nicht hörst, dass dich jemand anspricht, oder wenn du eine vertraute Strecke fährst und dich kaum an die letzten Kilometer erinnerst. Fachlich heißt dieser Zustand Trance.

In einer Sitzung führe ich dich mit meiner Stimme gezielt dorthin. Die Gedanken an den Tag treten zurück, innere Bilder, Gefühle und Körperempfindungen werden deutlicher. Das macht es leichter, mit dem zu arbeiten, was sich im Gespräch oft nur beschreiben lässt

Was Hypnose nicht ist

Du schläfst nicht und bist nicht weggetreten. Du hörst mich die ganze Zeit, kannst sprechen, dich bewegen und die Sitzung jederzeit unterbrechen. Niemand kann dich in Trance zu etwas bringen, das du nicht willst. Viele beschreiben den Zustand hinterher als tiefe Ruhe bei wachem Kopf.

Wobei Hypnose im Coaching helfen kann

Viele Menschen, die zu mir kommen, haben ihr Thema längst verstanden. Sie können genau erklären, warum Kritik sie so trifft oder weshalb ihnen ein Nein so schwerfällt, und reagieren in der entscheidenden Situation trotzdem wie immer. Das ist oft der Moment, in dem Reden allein nicht mehr weiterführt, und genau hier können Elemente aus der Hypnose hilfreich sein. In der Trance geht es weniger darum, noch etwas Neues über dich herauszufinden. Du erlebst stattdessen, wie sich etwas anfühlt, das du bisher nur gedacht hast: zum Beispiel, wie es ist, einen Fehler stehen zu lassen, ohne dich innerlich sofort zu verurteilen.

Ich setze Hypnose vor allem dann ein, wenn jemand mit hartnäckigen Selbstzweifeln zu mir kommt oder mit dem Gefühl, nicht zu genügen. Auch bei innerer Unruhe, die sich nicht wegdenken lässt, bei Überzeugungen wie „Ich darf keine Fehler machen” oder wenn du immer wieder eine Grenze setzen möchtest und es im entscheidenden Moment nicht schaffst, kann sie ein guter Zugang sein.

Eine Klientin wollte zum Beispiel im Beruf klarer Nein sagen. In der Trance begegnete sie einem ängstlichen Teil von sich, der fürchtete, dann nicht mehr gemocht zu werden. Diesem Teil hat sie zum ersten Mal wirklich zugehört, und in den Wochen danach fiel ihr das Nein spürbar leichter.

Wie eine Sitzung abläuft

Vorab lernen wir uns in einem kostenfreien Erstgespräch kennen und klären, worum es dir geht. Die Sitzung selbst hat vier Teile:

  1. Ankommen und Vorgespräch. Wir besprechen dein Anliegen und was du dir von der Sitzung erhoffst. Du kannst alle Fragen stellen.
  2. Einleitung. Du machst es dir bequem, und ich führe dich Schritt für Schritt in die Trance.
  3. Die eigentliche Arbeit. Wir arbeiten mit dem, was sich zeigt: einem inneren Bild, einem Gefühl, einer Erinnerung. Du kannst dabei sprechen, und ich richte mich nach deinem Tempo.
  4. Rückkehr und Nachbesprechung. Ich führe dich zurück, und wir sprechen darüber, was du erlebt hast und was du davon in deinen Alltag mitnimmst.

Häufige Fragen

Was, wenn ich nicht in Trance komme?

Trance ist ein natürlicher Zustand, den fast alle Menschen erreichen. Wie tief sie wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden, und für die Arbeit kommt es darauf nicht an.

Wie fühlt sich Hypnose an?

Manche spüren Schwere oder Wärme, andere merken kaum einen Unterschied zu einer tiefen Entspannung. Beides ist in Ordnung.

Kann ich etwas sagen oder tun, was ich nicht will?

Nein. Du behältst die Kontrolle und entscheidest selbst, was du teilst.

Wo die Grenzen liegen

Hypnose im Coaching ist keine Psychotherapie und keine Heilbehandlung. Bei einer diagnostizierten Depression, Angststörung oder Traumafolgestörung klären wir vorab, ob Coaching der richtige Rahmen ist. Ich sage dir offen, wenn ich eine Therapie für sinnvoller halte.

Hypnose ist außerdem keine Abkürzung. Was in einer Sitzung entsteht, braucht Übung im Alltag, damit es bleibt.

So arbeite ich mit Hypnose

In meinen Begleitungen ist Hypnose selten das Einzige, womit wir arbeiten. Meistens verbinde ich das Gespräch mit körperorientierter Arbeit und nehme Elemente aus der Hypnose dazu, wenn sie zu dir und deinem Thema passen. Wenn du dir eine eigenständige Hypnose-Sitzung wünschst, ist auch das nach Absprache in meiner Praxis in Aachen möglich.

Falls du neugierig geworden bist, erfährst du hier, wie ich im Coaching arbeite. 

Und wenn du lieber direkt mit mir besprechen möchtest, ob Hypnose für dein Anliegen sinnvoll ist, buch dir gern ein kostenfreies Erstgespräch. 

Anuschka Ott

Psychologin (M.Sc.) & Coach

Ich begleite Menschen, die schon viel an sich gearbeitet haben und sich trotzdem innerlich nicht wirklich sicher fühlen. In meiner Arbeit verbinden wir psychologische Reflexion mit emotionalem und körperlichem Erleben, damit Veränderung nicht nur verstanden, sondern zunehmend auch im Alltag erfahrbar wird.